zur Arbeit

Oft werde ich gefragt, wie ich zu diesem oder jenem Bild komme. Hiermit ein Einführungsversuch für Sie, unzulänglich weil verbal, der ganz unabhängig von Ihrer persönlichen Betrachtung der Werke sein will.

Wir tragen die Bilder längst in uns. Das Bild muss nicht erdacht werden. Anregungen? Allerkleinste Wahrnehmungen genügen. Der Malprozess beginnt spontan. Malen ist ein Wünschen. Der Wunsch kann eine Farbe sein.

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zur Arbeit

Ich vermale Pigmente und Öle mit Pinseln, Händen, Stoff, Spachteln und Stäben gestisch, wobei ich Schicht um Schicht Untergründe ergänze, freilege oder zudecke. Die meist große Leinwand ist dabei für mich ein gleichwertiger Partner, mit dem ich in Dialog trete. Zusammen mit ihm kreise ich um einen emotionalen Suchpunkt herum. Gerade deshalb stelle ich die Dinge erstmal in Frage. Es gilt, gesellschaftlichen oder selbstproduzierten Vorstellungswelten und dem Repräsentativen die Stirn zu bieten; ebenso dem Gegenständlichen. Farbe ist Gegenstand genug. Und doch lasse ich zu, dass das, was ich aus meiner Umgebung visuell oder mental aufnehme, weder in einer Analyse noch in der Projektion mit einfließt. Ganz den Irritationen des Alltags verhaftet stelle ich mich gleichzeitig einer selbsterschaffenen nonverbalen Welt, die von Instinkt, Handwerk und Intuition getragen ist.

Es ist wie eine Reise aufs offene Meer hinaus. Ist Land in Sicht, halte ich inne, beende die Reise.